Feinsteinzeug im Außenraum: Auf die Bettung kommt es an

Neuartige Baumaterialen - wie ist hier die "Best Practice"?

Großformatige Keramiken aus Feinsteinzeug sind auf dem Markt begehrt. Auch der Landschaftsbau sieht vor allem in dem geringen Gewicht der Elemente Vorteile gegenüber bewährten Baustoffen. Mit einem Flächengewicht von unter 50 kg/m² lassen sich viele Formate problemlos von Hand verlegen. Den steigenden Marktanteilen und gutem Handling steht derzeit allerdings kein gültiges Regelwerk gegenüber. Die ZTV Wegebau macht keine Angaben zu keramischen Belägen. Wenig Hilfe bietet auch die VOB Teil C ATV DIN 18352: Fliesen- und Plattenarbeiten. Die hier beschriebenen Systeme gehen von nicht wasserdurchlässigen Verlegemörteln aus. Dies widerspricht jedoch den allgemein anerkannten Regeln der Technik in Bauweisen des Garten- und Landschaftsbaus. Eine Verlegung in ungebundener Bauweise ist, langfristig gesehen, nicht fachgerecht. Auf Grund des ungünstigen Verhältnisses von Dicke zur Länge und dem geringen Eigengewicht kann keine ausreichende Lagestabilität erreicht werden.

Sofern keramische Beläge mit geringeren Dicken im Außenraum dennoch ungebunden – mit oder ohne gebundene Fugenfüllung – verlegt werden sollen, sollte der Bauherr schriftlich auf mögliche Folgen wie verstärkte Rissbildungen, Einbußen der Ebenheit oder des gradlinigen Fugenverlaufs hingewiesen werden. In der Praxis haben sich – in Anlehnung an die ZTV Wegebau – Bauweisen etabliert, bei denen die Keramikelemente, versehen mit einer Haftschlämme, frisch in frisch in Drainagemörtel verlegt werden. Zur dränfähigen Bettung von Feinsteinzeug im Außenraum hat tubag den speziellen Trass-Grobkornmörtel TGM entwickelt. Die Schichtdicken sollten sich im Wesentlichen an der ZTV Wegebau orientieren (> 6 cm). Auf die ungebundene Tragschicht folgt der Drainagemörtel und darauf der Belag. Einen optimalen Haftverbund erzielen Anwender mit der trassvergüteten und naturweißen Haftschlämme TNH flex von tubag. Die Haftschlämme wird mit einer 6 mm Zahnung vollflächig auf die Unterseite der Platte aufgebracht. Anschließend wird die Platte in den frischen Bettungsmörtel geklopft.

Feinsteinzeug im GaLa-Bau: Pro und Contra

Pro:

  • Geringes Gewicht (unter 50kg/m²)
  • Gut handelbar
  • Geringere Dicke
  • In Großformaten erhältlich, wirkt sehr modern

Contra:

  • Sehr neues Material, kein gültiges Regelwerk
  • Ungebundene Verlegeweise ist langfristig nicht fachgerecht
  • Dunkle Materialien können sich im Sommer stark aufheizen -> Mörtel trocknet zu schnell und es entsteht kein Haftverbund
  • Nach Einschlämmen und Abspülen müssen die Platten abgewischt werden, da das Material überschüssiges Wasser nicht aufnehmen kann und bei Verdunstung unschöne Rückstände entstehen.

Bei großen Platten kann es sinnvoll sein, die Platte vor dem Auftragen der Haftschlämme in das vorbereitete Mörtelbett zu legen. Stimmt die Lage der Platte, wird diese wieder aufgenommen, mit Haftschlämme behandelt und verlegt. Dunkle keramische Beläge neigen dazu, sich im Sommer extrem aufzuheizen. Dies kann dazu führen, dass die Mörtel sofort an der Oberfläche verbrennen und kein Haftverbund entstehen kann. Daher ist es besonders im Sommer wichtig, die Platten gegebenenfalls zu beschatten.

Die richtige Fugenbreite ermitteln

Bei den Fugenbreiten gibt die DIN 18352 für trockengepresste, rektifizierte oder kalibrierte Platten Fugenbreiten von 2 bis 8 mm vor (bei stranggepressten keramischen Fliesen und Platten mit Kantenlängen von bis zu 30 cm, 4-10 mm). Eine Fuge unter 6 mm ist für den Außenbereich jedoch nicht ausreichend. Durch Temperaturbelastungen stehen gebundene Außenbeläge immer unter einer gewissen Grundspannung. Eine Fuge mit einem Querschnitt von nur 2 mm ist nicht in der Lage, eine ausreichende Stabilität zu entwickeln. Technisch gesehen benötigen große Formate breitere Fugen als kleinere Formate. Die ZTV Wegebau gibt bei Pflaster und kleinen Platten eine Fugenbreite zwischen 5 und 15 mm vor – bei Platten > 600 mm zwischen 10 und 15 mm. In der Praxis hat es sich bewährt, bei der Verlegung von Feinsteinzeug im Außenraum mind. 1 Prozent der längsten Plattenseite als Fugenbreite anzunehmen. Das heißt bei einer 60 cm Platte: Die Fugenbreite sollte mindestens 6 mm betragen. Für die Ausführung der Fuge sieht die Systemlösung von tubag den einkomponentigen Pflasterfugenmörteln PFK für wasserdurchlässige Fugen vor.

 

Zur Verfugung von großformatigen keramischen Elementen eignen sich unterschiedliche Verfahren. Bei dem klassischen Einschlämmverfahren, wie es bei gebundenen Pflasterbelägen durchgeführt wird, werden Pflasterfugenmörtel in einer fließfähigen Konsistenz mit einem Doppellippengummischieber in die Fugen eingeschlämmt. Nach einer bestimmten Abbindezeit, die von dem jeweiligen Produkt und der Witterung abhängt, wird der überschüssige Mörtel abgespült oder bei harzgebundenen Produkten abgekehrt. Eine Besonderheit bei keramischen Oberflächen liegt in deren geringer Saugfähigkeit begründet. Bei Produkten, bei denen die Mörtelreste mit Wasser abgespült werden ist es notwendig, im Anschluss die Plattenoberfläche abzuwischen, sodass keine Wassertropfen auf der Oberfläche verbleiben. Bei porösen Oberflächen wie Beton oder Naturstein wird das überschüssige Wasser von den Steinen aufgenommen. Minimale Bindemittelrückstände verschwinden nicht sichtbar im Stein. Bei keramischen Belägen muss diese Feuchtigkeit verdunsten und Kalk oder Bindemittelrückstände im Wasser lagern sich sichtbar auf der Oberfläche ab. Bei Pflasterfugenmörtel auf Epoxidharzbasis kann aufgrund der geringen Saugfähigkeit ein deutlicher Bindemittelfilm zurückbleiben. Auch wenn dieser mit der Zeit abwittert, kann er als störend empfunden werden.

Keramische Platten im Außenbereich: was ist bei der Verarbeitung zu beachten?

  • Mind. 6cm Schichtdicke beim Unterbau
  • Platten frisch auf frisch verlegen
  • Mörtel mit 6mm Zahnung vollflächig auftragen
  • Fugenbreite mind. 1% der längsten Kantenlänge
  • Bis 30cm Kantenlänge: 2-8mm Fugenbreite
  • Platten über 60cm Kantenlänge: 10-15mm Fugenbreite
  • Für den Außenbereich: Wasserdurchlässige Fugen
  • Keramikbeläge nach dem Einschlämmen und Abspülen noch einmal abwischen um Grauschleier und unschöne Rückstände zu vermeiden
  • Bewegungsfugen mit Tubag BFF Plex verschließen

 

Bewegungsfugen sind besonders im Außenbereich unverzichtbar

Wie alle gebundenen Beläge brauchen auch Plattenbeläge aus Feinsteinzeug Bewegungsfugen, um thermische Spannungen aufnehmen zu können. Grundsätzlich sollten Bewegungsfugen an Gebäudeanschlüssen, Einfassungen, aufgehenden Bauteilen, an Rinnen oder Einbauten vorgesehen werden – außerdem dort, wo ein Wechsel des Untergrundes vorhanden ist. Außerdem wird in der Fläche ein regelmäßiges Raster benötigt. In der Praxis haben sich Feldabmessungen mit einer Kantenlänge < 4 m bewährt. Zur Herstellung notwendiger Bewegungsfugen empfehlen sich die hierfür geeigneten Systembaustoffe von tubag. Als Einlage für die Bewegungsfugen zu Gebäuden, Kantensteinen und in der Fläche dient das neue Bewegungsfugenfüllband tubag BFF Plex. Zum Schluss werden die Bewegungsfugen mit dem dauerelastischen auf Polyurethan basierenden tubag BFM flex versiegelt. Dichtstoffe auf Silikonbasis weisen in der Regel eine geringere Haltbarkeit auf, die Wartungsintervalle erhöhen sich dadurch und führen zu unerwünschten Mehrkosten.

Mit Belägen aus Feinsteinzeug lassen sich ansprechende und moderne Flächen im Außenraum erstellen. tubag hat dafür ein Mörtelsystem entwickelt, dessen spezifische Baustoffeigenschaften den Anforderungen von Werkstoff und Witterungseinflüssen gerecht werden. Damit lassen sich beständige funktionale Beläge erstellen, die dauerhaft optisch überzeugen.

 

Planer und Architekten können ab sofort unter www.ausschreiben.de den Ausschreibungstext für das tubag-Verlegesystem "Keramik im Außenbereich" abrufen.